13 Tipps um die WordPress Geschwindigkeit zu optimieren

Den aktuellsten Statistiken zufolge ist WordPress das am meisten genutzte CMS (Content Management System, Wikipedia-Artikel). Rund 30 Prozent aller im Internet verfügbaren Webseiten, die ein CMS nutzen, laufen mit WordPress. Damit ist WordPress (weiterhin) der absolute Platzhirsch unter den kostenlosen CMS.

Doch nicht alles, was viel genutzt wird, ist auch automatisch perfekt. Und für WordPress gilt dies (meiner Meinung nach) insbesondere (ja, ich selbst nutze WordPress tagtäglich und finde viele Dinge an WordPress auch wirklich gut. Aber WordPress ist in den Standardeinstellungen wirklich eine lahme Schnecke und definitiv alles andere als performant). Die Installation von WordPress geht bekanntlich sehr schnell. Es dauert nur wenige Minuten und schon kann man munter losbloggen.

Doch um mit den eigenen Beiträgen wirklich erfolgreich zu sein, muss man noch einiges an Optimierungen durchführen. Denn Google mag es, wenn Webseiten schnell sind. Nach der Logik von Google sind nur schnelle Webseiten auch wirklich gute Webseiten. Damit du mit deinen Blogbeiträgen also wirklich erfolgreich bist, musst du WordPress beschleunigen. Hierfür habe ich für mich eine kleine Checkliste erarbeitet, die ich bei jeder Neuinstallation von WordPress anwende.

13 Tipps um WordPress zu optimieren

Mit Sicherheit kennst du schon einige der Optimierungen aber vielleicht ist hier auch noch was Neues für dich dabei. Wenn du weitere Optimierungen erfolgreich nutzt, lass es mich in den Kommentaren unten gerne wissen!

 1. Guten Webspace nutzen

Egal wie gut du deine WordPress-Installation optimieren wirst, es führt einfach kein Weg an einem guten und vor allem schnellen Hosting-Anbieter vorbei! An dieser Stelle solltest du wirklich kein Geld sparen, denn Performance, die du durch langsamen Webspace verlierst, kriegst du durch keine Optimierung wieder reingeholt. Langsam bleibt langsam!

Es muss nicht gleich ein eigener Server sein, damit du einen zügigen Webspace hast. Ich nutze seit mittlerweile fast 10 Jahren Webspace von All-Inkl und habe damit bislang wirklich (sehr) gute Erfahrungen gemacht!

2.  Auf unnötige Plugins verzichten

Jeder kennt es: Es gibt unzählige Plugins für WordPress, die deinem Blog tolle Funktionen ermöglichen sollen. Neben den zahlreichen kostenlosen Plugins gibt es zusätzlich natürlich noch kostenpflichtige Plugins, mit denen du deinen Blog anpassen und individualisieren kannst.

Ich persönlich halte von den allermeisten Plugins gar nichts. Vermutlich liegt dies unter anderem auch daran, dass ich es in Bezug auf Plugins tatsächlich sehr minimalistisch halte. Was für mich nicht wirklich einen dauerhaften Nutzen oder Mehrwert bringt, wird gar nicht erst installiert.

Denn egal ob du es siehst wie ich oder daran enorme Freude hast viele unterschiedliche Plugins zu installieren: Auf jeden Fall werden zusätzliche Plugins dich unnötig ausbremsen und dir das Optimieren deines Blogs zusätzlich erschweren. Dies liegt unter anderem natürlich auch daran, dass jeder Entwickler eigene Vorlieben beim entwickeln hat und sich somit quasi jedes Plugin von einem anderen in der genutzten Methodik und Technik unterscheidet. Und im schlimmsten Fall baut der Entwickler mit seinem Plugin auch noch, ungewollt, in deinen Blog ein paar unschöne Fehler ein!

3. Alle Bilder optimieren

WordPress macht es einem sehr einfach Bilder einzubinden. Einfach per Drag & Drop hochladen und an beliebiger Stelle die hochgeladenen Bilder einbinden. Was die Anpassung der Abmessungen angeht, bringt WordPress schon die wesentlichen Funktionen mit, so dass automatisch verschiedene Thumbnails von Bildern erstellt werden.

Was WordPress von Haus aus jedoch nicht mitbringt, ist ein Tool für die Komprimierung der hochgeladenen Bilder. Denn Bilder können in unterschiedlichen Qualitätsstufen gespeichert werden, was unterschiedliche Kilobyte oder gar Megabyte an Speicherbedarf zur Folge hat. Worum es beim Optimieren von Bildern im Wesentlichen geht, ist das verlustfreie Komprimieren. Mit anderen Worten: Die Qualität deiner Bilder wird heruntergeschraubt um unnötige Kilobytes an Datenmengen einzusparen.

Mitunter kann eine solche Komprimierung 70-80 Prozent an Ersparnis mit sich bringen ohne die Bilder dabei bemerkbar zu verschlechtern. Mehr zum Komprimieren von Bildern findest du hier und zusätzlich auch ein kostenloses Tool für die Optimierung von Bildern schon auf deinem PC hier.

4. Externe Scripts vermeiden

Alles, was beim Aufruf deines Blogs geladen wird, verlangsamt den Seitenaufbau und macht somit deinen Blog in den Augen von Google uninteressanter für Besucher. Für Google muss es einfach schnell gehen!

Neben dem gigantischen Angebot an Plugins, die du installieren kannst, gibt es auch unzählige Funktionen, die du durch einfaches Einfügen in den Quellcode einbinden kannst. Sei es ein Kommentar-Feature oder auch nur Google-Analytics.  Egal welchen Nutzen das externe Script auch bringen mag, es macht deinen Blog definitiv langsamer!

5. Komprimierung aktivieren

Damit es im WWW immer schön schnell und zackig dahergeht, bringen alle Browser Funktionen mit, die einen schnelleren Datenaustausch zwischen Server und Browser ermöglichen sollen. Die wohl bekannteste Komprimierungsmethode dürfte GZIP sein, bei der die Dateien vom Server vor dem Transfer komprimiert und vom Browser beim Empfang dann wieder dekomprimiert werden. Hierdurch wird die zwischen dem Server und Browser übertragene Datenmenge mitunter deutlich reduziert!

6. Browser-Caching nutzen

Zusätzlich zum Komprimieren der Daten (serverseitig) ist das Browser-Caching auch eine nicht verzichtbare Möglichkeit um das Surferlebnis für deine Besucher zu optimieren. Beim Browser-Caching werden Daten bzw. Dateien, die immer wieder beim Anzeigen deiner Webseite genutzt werden lokal auf dem Rechner des Besuchers gespeichert. Auch das ist eine ganz normale Funktion von Webbrowsern, die, wie gesagt, das Surferlebnis für Webseitenbesucher verbessern soll.

Im Grunde ist es keine wirkliche Hexerei – jedoch musst du diese Funktion explizit aktivieren und teilweise anpassen, damit du das Maximum herausholst. Wie dies aussehen kann, zeige ich dir ausführlich in diesem Beitrag.

7. Webspace-Caching nutzen

Neben dem Browser-Caching, gibt es natürlich auch noch ein Webspace-Caching. Doch beim Webspace-Caching passiert technisch etwas grundlegend anderes: WordPress ist höchst dynamisch aufgebaut, was zum einen eine enorme Flexibilität bedeutet, zum anderen aber auch erheblich auf die Performance gehen kann.

Alles Blogbeiträge und Textelemente deines Blogs liegen nämlich nicht in Text- oder HTML-Dateien etwa auf deinem Webspace, sondern werden bei jedem Aufruf einzeln aus der Datenbank deines Blogs geladen. Dieser Datenbankaufruf kostet Zeit und somit auch Performance. Damit dies nun schneller geht, existieren zahlreiche Caching-Plugins, die Kopien deines Blogs als komplette HTML-Dateien auf deinem Webspace ablegen.

Solange sich an den Inhalten deines Blogs nichts ändert, kann auf die Datenbankabfrage verzichtet und stattdessen die HTML-Kopie angezeigt werden. Der wesentliche Vorteil dieser HTML-Kopie liegt dann darin, dass es sich hierbei um sogenannte statische Inhalte handelt, die deutlich schneller vom Server an den Browser geschickt werden können. In der Regel bleibt eine solche HTML-Kopie solange gültig, bis du einen neuen Blogbeitrag schreibst oder ein neuer Kommentar eines Besuchers hinzugekommen ist. Das Handling der HTML-Kopien übernehmen die verfügbaren Plugins in der Regel eigenständig.

Je nach genutztem Theme und den installierten Plugins kann es beim Webspace-Caching zu Problemen kommen. Dies ist ein weiterer Grund, warum ich gerne auf zu viele Plugins verzichte!

8. Unnötige WP-Funktionen deaktivieren

WordPress ist im Grunde genommen bereits eine alte Lady.  Dies kann man auf jeden Fall behaupten, denn mit mittlerweile 15 Jahren zählt WordPress in der IT-Welt definitiv schon zur „alten Generation“. Nur wenige Anwendungen schaffen es überhaupt so lange am Markt zu bleiben (Wikipedia-Artikel: WordPress)

Ein Nachteil dieser langen Existenz ist definitiv, dass über die Jahre zahlreiche Funktionen hinzugefügt wurden, die für einige wenige Nutzer vermutlich Sinn geben, dem Großteil der Nutzer jedoch eigentlich wirklich egal sind. Und aus Performancesicht sind unnötige WordPress-Funktionen definitiv störend und sollten für maximale Performance deaktiviert werden!

Ich deaktiviere zum Beispiel grundsätzlich den sogenannten Embeds-Support und die Bereitstellung der Rest API Links.

9. WP-Cron umgehen

WordPress versucht ab Haus eine Alternative zu Cronjobs (Wikipedia-Artikel: Cronjobs) zu bieten. Plugins können von der WP-Cron „notwendige“ regelmäßige Routinen ausführen lassen. Hierzu machen die Plugins automatischen Eintrag in der WP-Cron der besagt wann was ausgeführt werden soll. Im Grunde sind diese Einträge wie ein klassischer Cronjob zu verstehen.

Problematisch wird es jedoch bei der technischen Umsetzung der so angelegten Cronjobs: Die bereits erwähnte Funktion WP-Cron wird bei jedem (ich wiederhole es bewusst: JEDEM) Aufruf deines Blogs ausgeführt. Wenn dein Besucher Glück hat ist gemäß den zeitlichen Vorgaben der Plugins bei seinem Aufruf keine zusätzliche Aktivität nötig. Wenn dein Besucher aber richtig viel Pech hat, müssen neben dem eigentlichen Darstellen deiner Webseite noch zahlreiche Routinen mit ausgeführt werden.

Damit bei der Installation von WordPress keine Cronjobs manuell eingerichtet werden müssen, nutzt WordPress die beschriebene Methode. Jeder, der sich halbwegs mit Cronjobs auskennt, sollte als allererstes den Aufruf der WP-Cron bei jedem Seitenaufruf deaktivieren und von Hand einen einzigen Cronjob anlegen, der dann die routinemäßig nötigen Aktionen im Hintergrund und automatisch ausführt!

Wie du weiterhin die WP-Cron nutzen kannst ohne deinen Blog dabei unnötig auszubremsen, erkläre ich hier ausführlich.

Zusätzlich solltest du auch überprüfen, ob in der WP-Cron Einträge von gar nicht mehr installierten Plugins vorhanden sind. Wie das geht, habe ich hier ausführlich beschrieben.

10. Überflüssigen Quelltext entfernen

Dieser Tipp ist wirklich nur etwas für Profis und Experten. Denn hierfür musst du in die statischen Dateien deiner Installation manuell eingreifen um überflüssigen Quelltext zu entfernen. Ziel ist es, alles an Quelltext zu entfernen, was nicht wirklich benötigt wird.

Was soll das zum Beispiel sein?

Als bestes Beispiel dient die jQuery-Bibliothek (Wikipedia-Artikel: jQuery), welches vielfach zum Einsatz kommt. Was genau ist das Problem mit jQuery? jQuery ist mittlerweile eine wirklich umfangreiche und somit riesige Bibliothek. In den allermeisten Fällen bedeutet dies, dass ein Plugin für eine recht einfache Animation, die mit JavaScript realisiert wird, aus Gründen der Einfachheit jQuery benutzt wird. Letztendlich wird dann jedoch von jQuery lediglich ein absoluter Bruchteil genutzt, der möglich wäre.

Kurzum kann in einem solchen Fall einiges an unnötigen übertragenen Daten eingespart werden, wenn sich auf die wirklich benötigten Funktionen beschränkt wird. Wie gesagt, hierbei handelt es sich wirklich um eine WordPress-Optimierung, die definitiv nur von Profis und Experten wirklich umgesetzt werden kann.

11. Performantes Theme verwenden

Wie schon bei der Wahl des richtigen Hosters angeführt, kommt es natürlich auch bei der Wahl des Themes darauf an von vornherein ein performantes Theme auszuwählen. Denn gerade beim Theme gilt: Was ab Werk langsam ist, kann meist nur sehr schwer beschleunigt werden.

Und gerade bei WordPress-Themes gilt leider vielfach: Es ist nicht alles Gold, was glänzt! 🙂 Und seien wir einmal ehrlich: Wer hat bislang bei der Auswahl eines WordPress-Themes auf die Performance geachtet? Die meisten schauen auf schicke Animationen, tolle Werbeversprechen und grandiose SEO-Anpreisungen. Performance steht leider meist nicht auf einem der vorderen Plätze!

Wenn du mehr über die (meiner Meinung nach) entscheidenden Faktoren bei der Auswahl eines WordPress-Themes wissen möchtest, kannst du dir diesen Artikel von mir durchlesen!

12. htaccess optimieren

Grundsätzlich wirst du bei der Performance-Optimierung deines Blogs nicht um umfangreichere Anpassungen der htaccess-Datei herumkommen. Zum einen steuerst du über diese die bereits genannte Komprimierung aber auch das Browser-Caching. Darüber hinaus wirst du im Internet noch zahlreiche weitere angeblich dringend benötigten htaccess-Anpassungen finden. Doch auch bei der htaccess-Datei gilt: weniger ist mehr!

Je voller du die htaccess-Datei im Glauben mehr Performance zu erzielen packst, desto länger wird der Server benötigen, um bei jedem Aufruf die htaccess-Datei zu verarbeiten. Meine wesentlichen htaccess-Anpassungen findest du ausführlicher in diesem Artikel.

13. Bad Requests vermeiden

Last but not least solltest du Fehler vermeiden! Das klingt jetzt so trivial wie nur möglich, aber dennoch ist es ein wesentlicher Achtungspunkt, den du befolgen musst! Prüfe regelmäßig, ob alle Datei-Verlinkungen noch aktuell sind und funktionieren. Denn jedesmal, wenn versucht wird eine nicht mehr (dort) existierende Datei aufzurufen, ist der Browser des Besuchers unnötig beschäftigt.

Das wiederum kostet Zeit und Zeitsparen ist das Hauptziel, welches jeder bei der Performance-Optimierung seines WordPress-Blog verfolgt. Aus diesem Grund sind Bad Requests also auf jeden Fall zu vermeiden!